Artikel in

Abstracts of the 7th International Congress of Logic, Methodology and Philosophy of Science, Salzburg July 1983
Einige Bemerkungen zu Poppers Argumenten gegen induktives Schließen

Kurzfassung

Christian Zwickl-Bernhard, u.a.

In der zu diesem Datum letzten Ausgabe der `Logik der Forschung`finden sich im Anhang die, so Popper, „einfachsten und besten Argumente“ gegen die Möglichkeit einer auf Wahrscheinlichkeitstheorie gegründeten Theorie der Induktion einerseits sowie gegen die Bayessche induktive Logik andererseits.

In dem gegenständlichen Artikel wird versucht diese Behauptungen zu widerlegen.
Konkret werden folgende drei Behauptungen bewiesen:

• Beide Argumente besitzen die gleiche innere Struktur, das bedeutet, es ist gerechtfertigt von einem Argument Poppers gegen die induktive Logik zu sprechen. Es kann gezeigt werden, dass das Argument Poppers gegen die Bayessche induktive Logik ein Spezialfall des Arguments gegen die probabilistische Induktion ist.
• Die von Popper vorgetragene Kritik im Fall der Bayesschen Induktion weist eine innere Inhomogenität auf. Damit ist gemeint, dass gezeigt bzw. nachgewiesen werden kann, dass das Poppersche Ergebnis des Nachweises der Unmöglichkeit probabilistischer Induktion lediglich eine Umformung der von Popper getroffenen Annahmen darstellt.
• Poppers Kritik trifft damit weder den Bayesianismus noch die induktive Logik.

Es kann also kurz gesagt nachgewiesen werden, dass Popper das zu Beweisende in den von ihm getroffenen Prämissen einfach voraussetzt.

Poppers „einfachster und bester“ Beweis ist damit lediglich eine Klarlegung des Sachverhalts, dass ein gleiches Maß an Erklärung solange auch gleiche Wahrscheinlichkeit bedeutet, solange den Hypothesen bzw. Theorien a priori eine gleiche Wahrscheinlichkeit zuerkannt wird. Dabei handelt es sich um eine für jede induktive Methode triviale Voraussetzung.

Eine Literaturliste bildet den Abschluss der Arbeit.